Bedeutung der Sprachförderung

 

In den letzten Jahren wird das Thema“ Sprache als Schlüsselkompetenz für Bildungszugänge“ vor dem Hintergrund der Ergebnisse von PISA und IGLU nicht nur in Fachkreisen, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit diskutiert. In allen Bundesländerländern gibt es Verfahren zur Überprüfung des Sprachstandes von Kindern.
Bei uns in NRW gibt es neben den schon lange gebräuchlichen Sprachbeobachtungsbögen seit 2007 den „Delfin 4“. Das bedeutet Diagnostik, Elternarbeit und Förderung Vierjähriger in NRW. In diesem Test werden vier Bereiche überprüft: Kann das Kind Handlungsanweisungen ausführen, Kunstwörter nachsprechen, richtige und Unsinnsätze nachsprechen, ein Bild beschreiben.
Dieser Test wird in Zusammenarbeit Kinderhaus und Schule durchgeführt. Ziel ist die Erfassung von Sprachdefiziten zwei Jahre vor der Einschulung.

Hilf mir, Sprache gründlich und umfassend selbst zu lernen.

 

Ohne Sprache bleibt dem Kind die Welt verschlossen, sie ist der „Schlüssel zur Bildung“. Für Kinder findet Sprache überall statt. Indem sie singen, malen, spielen, laufen, klettern, Spielregeln aushandeln, in Geschichten und Büchern Vertrautes aus ihrem Alltag entdecken oder Faszinierendes aus einer fremden Welt oder Zeit erfahren. Sie lernen ihre Umwelt kennen und treten mit ihr in Interaktion.
Sprache wird bei uns den Kindern in all ihren Möglichkeiten systematisch nahe gebracht und gefördert und zwar ganzheitlich, nicht losgelöst oder als Trainingseinheit.
Von entscheidender Bedeutung für die Sprachförderung in unsrem Haus ist die „Vorbereitete Umgebung“. In der Montessori- Pädagogik“ bringen wir die Dinge zu den Kindern oder die Kinder zu den Dingen. Hier einige Beispiele:

  • Adjektive und Adverbien lernen Kinder durch die sinnliche Auseinandersetzung mit Sinnesmaterialien in Verbindung mit Bewegung

  • Verben durch die Übungen des täglichen Lebens, hier ist der direkte Spracherwerb mit konkreten Tätigkeiten verbunden.

  • Präpositionen werden durch Bewegungen im Raum mit den Sinnesmaterialien erfahrbar.

  • Durch den Gebrauch der Geräuschdosen und Glocken wird die akustische Wahrnehmung der Kinder geschult und gefördert.

  • Der Umgang mit Farbtäfelchen, das kreative Tun mit Farben, Weben, Sticken, Werken und Experimentieren bieten den Kindern viele Möglichkeiten zur Wortschatzerweiterung.

Die Rolle des Pädagogen

 

Wir schaffen Rahmenbedingungen, in denen sich die Kinder sicher und wohl fühlen und bieten dadurch den Rahmen, in dem Kinder stressfrei Sprache ausprobieren können. Wir gestalten eine warme und liebevolle Umgebung, wo Kinder sich geborgen fühlen, Gelegenheiten finden, sich spontan und natürlich zu äußern, Erfahrungen mitzuteilen und eigene Geschichten zu erfinden. Die Anstrengungen der Kinder erfahren dabei wertschätzende Anerkennung durch uns.
Wir legen Wert auf die individuelle Begrüßung der Kinder und hören ihnen aktiv zu. Unsere pädagogischen Fachkräfte verfügen über eine Zusatzqualifikation „Sprachförderung“ und bilden sich in diesem Bereich kontinuierlich fort.
Durch Beobachtung wird der sprachliche Entwicklungsstand wahrgenommen, dokumentiert und im Gespräch mit den Eltern reflektiert.

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Ein solches Haus ist ein Haus, in dem die Hoffnung wohnt.

Maria Montessori

Spiel mit Worten und Lauten

 

Kinder lieben den Rhythmus von Reimen, die Wiederholung von Klängen. Durch Fingerspiele, Abzählreime und Gebete lernen sie erste Gedichtsformen kennen und werden zur Literatur geführt; Betrachten und Vorlesen von Bilderbüchern, Erzählen, Rollen-, Sing-, Kreis- und Bewegungsspiele, sowie Gedichte sind in die täglichen Arbeit eingebunden. Dazu steht den Kindern auch eine Sammlung von Rhythmikinstrumenten zur Verfügung.
Der Umgang mit Hand- und Fingerpuppen und Erzähldosen hilft bei der Verarbeitung von Erfahrungen und fördert den Dialog mit anderen.
Im Rahmen der Kosmischen Erziehung sind Erzählungen, aber auch erste Erfahrungen von Geographie und Naturwissenschaften in form von Experimenten und Versuchen ganz entscheidend zur Förderung der Sprache. Hier findet sprachliches Denken in Verbindung mit Aktivitäten statt. Durch das Experimentieren erhalten unsere Kinder Antworten auf die vielen Warum- Fragen. Auch durch die religiöse Bildung wird Sprache erlernt und gefördert.
Ganz wichtig für gutes Gelingen von Sprache ist uns das tägliche Singen, das Klatschen von Reimen und Wörtern. Singen verbindet musikalische und sprachliche Ausdrucksmittel, die für viele Gelegenheiten passend sind: das Geburtstagslied, Lieder im Tages- und Jahreslauf. Dazu gehört für uns auch selbstverständlich die Einbeziehung von Instrumenten.
Musik in unserer Arbeit ist nie Musik allein, sie ist immer mit Bewegung, Tanz und Sprache verbunden.

Sprachförderung

Hilf mir, die Welt zu verstehen und zu gestalten!

 

„Sprache – als Schlüssel zur Welt“

(Maria Montessori)

 

Sprache braucht Vorbilder,

Sprache braucht Aufmerksamkeit,
Sprache braucht Fantasie,

Sprache braucht Raum und Zeit,
Sprache braucht Stille.

Montessoripädagogik und Sprache

 

Sprachförderung ist ein grundlegender Bestandteil unseres Montessorikonzeptes. Sie beginnt mit der Aufnahme der Kinder in unser Kinderhaus unter Berücksichtigung folgender Ziele:

  •  Förderung der Kommunikationsfähigkeit

  •  Freude an der Sprache wecken

  •  Förderung von Lautsprache und Aussprache

  •  Erweiterung des Wortschatzes und Sicherheit in der Grammatik

  •  Umgang mit Sprache und Texten

Spracherziehung ist nur in enger Zusammenarbeit Elternhaus und Kinderhaus möglich und sinnvoll. Die Einbeziehung der Eltern, geschieht durch Anregungen, gemeinsame Gespräche und die Auswertung von Sprachbeobachtungsbögen.

Hinführung zur Schriftsprache

 

Indem wir die Kindern den Umgang mit Sinnesmaterialien und den Lebenspraktischen Materialien ermöglichen bereiten wir sie direkt und indirekt auf Sprechen und Schreiben vor.
Grob- und Feinmotorik werden geschult.
Eine wichtige Voraussetzung für Schreiben ist eine gute Konzentrationsfähigkeit. Dies fördern wir durch Stilleübungen, das Gehen nach Musik und Hören von Musik. Bei Spielen mit Lauten erfahren die Kinder Lautqualitäten, Reihenfolge der Laute und Rhythmen.
Wir bieten den Kindern Materialien, die ihrem Verlangen nach Buchstaben, Lauten und Worten nachkommen und berücksichtigendabei das Bedürfnis der Kinder alles sinnlich zu erfassen und motorisch beschäftigt zu sein. Dadurch erhalten die Kinder die Möglichkeit, die Sprache auf Laute hin zu untersuchen, sie auszuwählen und damit zum Schreiben und Lesen zu gelangen.

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