Der Reformpädagoge Friederich Wilhelm Fröbel (1782 -1852), der weltweit als  Vater des Kindergartens bezeichnet wird, hat sich etwas dabei gedacht und wollte den Menschen etwas sagen. 1840 gründete er in Bad Blankenburg/ Thüringen den ersten Kindergarten und der hatte ein pädagogisches Konzept. Fröbel ging es darum Kinderunabhängig von ihrer Herkunft und Religion in einer vertrauten Umgebung durch Spiel zu bilden und damit froh und lebenstüchtig zu machen. Kinder sind wie Pflanzen, die gepflegt, angeregt, gefördert und geschützt werden müssen. Die Reformpädagogin Maria Montessori(1870 – 1952) bezeichnet in diesem Zusammenhang Pädagogen als Gärtner des Lebens und nicht als Bildhauer, die das Kind bearbeiten.

Fröbels Kindergartenidee verbreitete sich schnell. Schon bald wurde immer mehr Fachpersonal gebraucht und im nahen Bad Liebenstein gründete Fröbel die erste Fachschule für Kleinkindpädagogen, wo zuerst junge Männer und später Frauen aus der Mittel – und Oberschicht für diese Aufgabe vorbereitet wurden. Nach der gescheiterten Revolution 1848/49 verbot Preußen alle Kindergärten, indem er den Einrichtungen atheistische, liberale und sozialistische Tendenzen unterstellte. Die gut ausgebildeten Frauen gingen danach nach England, Frankreich, Japan und viele andere Länder, wo der Begriff Kindergarten immer noch einen hohen Stellenwert hat und er nicht auf ein Akronym verkürzt wird. In mehr als 45 Ländern der Welt wird der Begriff genutzt und verstanden.

Ähnlich verhält es sich mit dem Namen Kinderhaus. Maria Montessori gründete 1907 in Rom das Casa di bambini  – Kinderhaus. Kindern einen Ort zu geben, wo sie in einer für sie vorbereiteten Umgebung wachsen, leben und lernen können.

Eine Initiative in Thüringen hat im Januar dieses Jahres eine Petition im Landtag eingereicht, dass dieser Begriff - der wie erwähnt weltweit von Bedeutung ist – auch wieder bei uns verstanden wird.

Maria Montessori bezeichnet Sprache und Religion als die Kennzeichen eines Menschen.  Pflegen wir diese Kennzeichen des Menschen bei unseren Kindern. Vermitteln wir ihnen die Lust an Wörtern und Sprache. Bei unseren Krippenkindern können wir jeden Tag die „Explosion“ von Sprache erleben.

„Kinder sind wie Blumen. Man muss sich zu ihnen niederbeugen, wenn man sie erkennen will.  Jeder Mensch hat etwas Göttliches in sich.“ (Friederich Fröbel)

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Ein solches Haus ist ein Haus, in dem die Hoffnung wohnt.

Maria Montessori

Die Welt spricht: "Kindergarten"

 

In politischen Diskussionen geht es in den letzten Jahren immer häufiger um die außerfamiliäre Betreuung von Kindern, um Pisa, frühe Bildung, längere Öffnungszeiten von Kindergärten und Ganztagsschulen. Kinder werden getestet, ihr Können in Vergleichsstudien überprüft. Vor allen Familien, wo deutsch nicht die Muttersprache ist, ist den Eltern eine gute Sprachkompetenz und Begleitung ihrer Kinder wichtig. Sprache als die Schlüsselqualifikation für gute Bildung .

Leider vergessen wir das im Alltag. Die Frage aus dem Musical: My Fair Lady ist gar nicht so weit her geholt: “Kann den die Kinder keiner lehren, wie man spricht?“

Wir sprechen zu schnell, verkürzt, eilig und andern zuhören und aussprechen zu lassen erfordert Geduld und Zeit, die allerorten fehlt.

Viele Begriffe werden nur noch als Akronym ausgesprochen. Statt Lehrling Azubi, Bufdi für Zivildienstleister oder KFZ für Katholisches Familienzentrum. Wieso soll ich mein Kind in eine Autowerkstatt bringen ist dazu eine berechtigte Frage. Solche Begriffe schleichen sich ein,  werden Alltag und manchmal muss hinterfragt werden, wofür sie stehen. Diese Kunstbegriffe hören sich unschön an, sind oft nicht leicht auszusprechen und machen es schwierig Wörter wissenschaftlich abzuleiten.

Ein solcher Begriff ist auch das Wort Kita, der sich immer mehr einbürgert. Sind wir sprachfaul geworden?  Schlimmer noch, was vermitteln wir unseren Kindern an Sprachfreude und Sprachmelodie.

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