Die Schulung des Gehörs erfolgt auch durch Stilleübungen. Wir lauschen auf Vogelstimmen, erzeugen Klänge und Geräusche mit verschiedenen Materialien und erraten diese. Schon Übung des „Gehens auf der Linie“, wo jedes Kind durch leises Anrufung seines Namens zum Mitmachen aufgefordert wird, ist in gewisser Weise eine „Hörübung“. Hier gibt es im Bereich der Stilleübungen noch viele Möglichkeiten.

Des Weiteren geben wir den Kindern Raum zu Bewegungsaktivitäten. Hören von Musik regt zu unterschiedlichen Bewegungen mit und ohne Material, z.B. Rhythmik Tüchern, an. Spontane Bewegungsäußerungen wie Klatschen, Stampfen, Tanzen oder den eigenen Körper als „Klangkörper“ zu erleben. Musikstücke hören danach malen fördert die Ausdrucksfähigkeit der Kinder. Singspiele  aller Art, sowie das Klatschen von Reimen und Namen sind von Bedeutung für das Vertraut werden mit Musik in diesem Alter.

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Ein solches Haus ist ein Haus, in dem die Hoffnung wohnt.

Maria Montessori

Musikalische Früherziehung

 

Musikerziehung und musikalische Förderung ist ein wichtiger Bestandteil der Montessori- Pädagogik. Im Kinderhaus werden die Kinder angeregt, Töne und Geräusche aus ihrer Umgebung sinnenhaft zu erfahren und damit zu experimentieren. Der Umgang mit Tönen und Klängen entwickelt die gestalterischen Kräfte im Kind, erweitert die Erlebnisfähigkeit und differenziert die Ausdrucksfähigkeit.

Kinder haben Freude am Singen, am Erzeugen  von Tönen und Geräuschen. Hören von Musik und spontanen Bewegungen nach Musik. Eine besondere Bedeutung in der musikalischen Früherziehung hat der Aspekt im gemeinsamen Tun. Durch Singen, Spielen, Tanzen, Musizieren in Gemeinschaft haben Kinder unterschiedlicher Herkunft und aus verschiedenen Kulturen die Möglichkeit, sich besser kennen zu lernen  und ein Verständnis füreinander zu entwickeln.

Die Fähigkeit und Bereitschaft, sich musikalisch auszudrücken wird in der „Vorbereiteten Umgebung“ des Kinderhauses zuerst einmal durch das Sinnesmaterial angebahnt. Hier kennen wir als klassisches Montessori-Material die „Geräuschdose“ und „Glocken“. Die Auseinandersetzung mit diesem Material fördert zuerst einmal das Hören des Kindes. Es wird aufmerksam und differenziert unterschiedliche Geräusche. Töne und Klänge seiner Umgebung. Es erfährt durch die Geräuschdosen den Unterschied von laut und leise. Hörspiele in Kleingruppen schließen sich an diese Erfahrung an. In Stilleübungen werden Hörerlebnisse weiter gefördert. Das Kind erhält die Möglichkeit, viele Klänge und Geräusche zu erzeugen. Aus leeren Filmdosen, die die Kinder mit unterschiedlichen Materialien füllen können (Sand, Perlen, Holzkugeln, Steine usw.), können sie selbst Geräuschdosen herstellen. Im Umgang mit den Glocken  werden sie zu differenziertem Hören angeregt. Sie erleben unterschiedliche Klanghöhe und können diese in Bewegungen umsetzen. Sie paaren Töne, graduieren  und finden Kontraste. So entwickeln sich langsam kleine Musikfolgen und beginnen mit den Glocken Liedrufe und kurze Melodien nach zu spielen. Hör- und Stimmfähigkeit werden durch den Umgang mit Glocken und Geräuschdosen geschult. Junge Kinder experimentieren gern mit unterschiedlichen und selbst erzeugten Klängen. Dies geschieht in der Freiarbeit, indem der Gruppenraum als „Klangwelt“ erfahrbar wird.

Wichtig ist das Spiel und die Anleitung zum Orff-Instrumentarium. Glockenspiel, Metallophon, Klangstäbe, Trommeln, Zimbeln, Triangel, Pauke usw. stehen den Kindern zu Verfügung, sowohl in der Freiarbeit und zum Musizieren in  Kleingruppen. In den Kleingruppen werden die Kinder zunächst mit den Instrumenten bekannt gemacht. Laute, leise, hohe, helle Töne, unterschiedliche Materialien unterschiedliche Klänge. Lied Rufe nachspielen, Liedbegleitung erarbeiten und erste Kontakte mit Noten werden geschaffen. Es gibt viele Möglichkeiten mit diesen Instrumenten Geschichten und Gedichte zu verklanglichen. Zum Beispiel das Gedicht von Josef Guggenmos „Das Wachsen einer Tulpe“ oder das Märchen „Rumpelstielzchen“ und die Verklanglichung von Geschichten in Verbindung mit Bewegung. Hier eignet sich unter anderem das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ recht gut.

Gerne gesehen sind bei uns auch immer wieder Eltern oder Praktikanten, die die Kinder mit Instrumenten wie Geige, Akkordeon in Kontakt bringen.

Das tägliche Singen mit Kindern gehört für uns zum Alltag des Kinderhauslebens. Sowohl altes wie neues Liedergut, Lieder der Jahreszeiten, religiöse Lieder, Lieder aus anderen Ländern. Hier schließt sich der Kreis: Musikerziehung nach Montessori ist ganzheitlich Erziehung, die Freude am Leben weckt.

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