Niemals geht man so ganz

Im Frühjahr 1987  kam Frau Christiane Wachauf in unser Kinderhaus, um ihren damals dreijährigen Sohn Anton anzumelden. Familie Wachauf war erst vor kurzem nach Kürten – Oberbörsch gezogen und für Frau Wachauf war es sehr wichtig, ihren Sohn in einem Montessori Kinderhaus anzumelden. Schließlich hatte sie bis zur Geburt des  Kindes selber als Erzieherin in einem Kinderhaus in Köln gearbeitet und die berufsbegleitende Ausbildung zur Erlangung des Montessori- Diploms absolviert. Anton wurde Kinderhauskind und später seine Geschwister Helena und Elias. Frau Wachauf wurde tätig im Elternrat des Kinderhauses, engagierte sich in der Redaktion der Kinderhauszeitung und unterstützte unsere Arbeit an vielen Stellen. Unvergesslich das Indianerfest, als Anton Abschusskind war. Dieses Fest organisierte sie mit einer Kollegin und der Vater von Frau Wachauf stand als Fuhrmann mit einem Planwagen für die Kinder bereit. Oder einmal Ende November, als es in der Dürscheider Pfarrei Sankt Nikolaus noch einen Adventsbasar gab, organisierte sie Mistelzweige aus der Eifel, die zum Verkaufsschlager wurden und richtig Geld in die Kasse brachten. Ausflüge zu ihrem kleinen Bauernhof mit Picknicks auf der Wiese oder die vielen Blumen- und Pflanzenspenden bereicherten das Leben im Kinderhaus. Der große Kastanienbaum im Eingangsbereich des Kinderhauses, der unsere Kinder Jahr für Jahr durch das Kinderhausjahr begleitet oder der Haselnussbaum stammen aus dieser Zeit. Herr Wachauf spendete und pflanzte diese mit den Kindern.

Die Wachauf`s Kinder wurden eingeschult und damit endete die aktive Zeit im Elternrat. Aber so ganz ließ das Kinderhaus Frau Wachauf nicht los, denn im April 2004 kam sie als Erzieherin in unser Team, erst in Teilzeit als Mitarbeiterin in der blauen Gruppe und ab Januar 2005 in Vollzeit als Gruppenleiterin der roten Gruppe. Weitere Qualifikationen im Bereich der Montessori – Pädagogik und Naturpädagogik folgten. Der Gartenteich entwickelte sich durch ihre Pflege zu einem Kleinod und die Kinder waren begeistert von den Waldausflügen und vielen Wanderungen, manchmal auch mit Hund Tessa. Oft sagte sie: „Die Kinderhauskinder sind meine zweite Familie.“

Aber nun heißt es für Frau Wachauf Abschied zu nehmen von ihrer Arbeit im Kinderhaus und  ihren Ruhestand mit den eigenen Enkelkindern zu genießen.

Corona bedingt konnte auch ihr Abschied nur in einem ganz engen Rahmen stattfinden. Mit einigen Kindern backte sie ein „Adventsschaf“, das allen Kindern beim Frühstück schmeckte. Dann ging es gemeinsam zum Teich. „Was war denn das dort draußen, da war doch plötzlich eine Verpackung am Teich, die da gar nicht hingehörte.“ Die Kinder lüften das Geheimnis und fanden einen fröhlich lächelnden Froschkönig – eine große Steinfigur – die Frau Wachauf dem Kinderhaus zum Abschied schenkte. Natürlich erzählte sie auch das Märchen vom Froschkönig.

Auf Abstand erhielt sie ein Geschenk der Eltern. Ein Jahreskalender mit vielen Überraschungen und guten Wünschen. Die Kolleginnen übergaben ihr einen „Engelskirchener Lichtengel“, der sie im Ruhestand begleiten soll.

Der Froschkönig am Teich symbolisiert: „Niemals geht man so ganz und danke für die gemeinsame Zeit“

 

Für das Kinderhausteam

Maria Kley – Auerswald

Kinderhausleiterin

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Ein solches Haus ist ein Haus, in dem die Hoffnung wohnt.

Maria Montessori

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