Kirchenmaus Amadeus und der Esel

Hallo,

hier bin ich mal wieder, euer Amadeus, die Kirchenmaus aus Sankt Nikolaus in Kürten Dürscheid.

Jetzt war es mal genau anders herum. Die Kinderhauskinder kommen ja meist zu mir in die Kirche und haben viele Fragen an mich. Nun aber kamen die Kinder und riefen: “Hallo Amadeus, kennst du die Geschichte vom Bergischen Dom?“ Nun die kannte ich noch nicht, aber nun weiß ich Bescheid.

Die Kinderhauskinder sind nach Altenberg gewandert und haben sich einmal die Stelle angeschaut, wo früher, am Bülsberg, die alte Klosterburg stand. Das kam so. Die Grafen von Berg herrschten vor langer Zeit über das Bergische Land. Der Herr der Burg am Bülsberg hieß Adolf. Sein Sohn Engelbert  wurde Kreuzritter. Viele Jahre war er fort aus dem Bergischen Land. Es gab kein Handy und kein Telefon und Adolf machte sich große Sorgen, weil er so lange nichts von seinem Sohn hörte.

Aber eines Tages stand Engelbert vor der Tür. Er war kein Ritter mehr, er war in Frankreich in der Stadt Morimond ein Zisterziensermönch geworden. Er hatte andere Mönche mitgebracht und da Adolf gerade eine neue Burg an der Wupper gebaut hatte schenkte er die Bülsburg den Mönchen. Es kamen aber immer mehr Mönche und die Burg wurde zu klein. Rings um die Burg herum lag das weite Bergische Land mit all seinen Wäldern, Hügeln, Wiesen uns Sümpfen. Da beschlossen die Mönche ein neues Kloster mit einer Kirche zu bauen. Welcher Bauplatz war nun der schönste? Der eine meinte hier, der andere da und die Mönche begannen zu streiten.

Da meinte der Abt, das ist der Vorsteher vom Kloster, so eine Art Chef:“ Der Klosteresel soll entscheiden, wo unser Kloster gebaut wird.“ Er band dem Esel den Hirtenstab, die Bibel und seine Mitra auf den Rücken. Ganz gemütlich trabte dieser los. Er zupfte hier und da ein Gras oder leckeres Kraut. Ließ öfter ein fröhliches „ IAIA“ hören, trank ein wenig  Wasser aus der Dhünn und ließ sich das Fell von der Sonne wärmen. Als er richtig satt war, wurde er müde und legte sich, unweit der Dhünn, ins Gras. Die Mönche, die ihm hinterher gegangen waren, freuten sich:“ Hier werden wir unsere Kirche und das Kloster bauen, Gott will es so. Dann machten sie sich an die Arbeit und bauten das Kloster und den schönen Bergischen Dom.

Ja, was soll ich sagen. Wir Tiere sind halt manchmal klüger, als die Menschen.

Bis bald mal wieder in Sankt Nikolaus,

Euer Amadeus

 

Wer noch mehr von Altenberg und dem Kloster wissen möchte, dem empfehle ich folgendes Buch: „Mit einem Esel fing alles an“ von Claudia Posche; Verlag: Altenberg/ Schildgen, Evangelische Kirchengemeinde.

Die Bibelkinder erkunden mit Amadeus die Kirche

Die "Bibelkinder" des Montessori Kinderhauses in Dürscheid haben mit Amadeus, der Kirchenmaus, die Kirche erkundet. Hier ein Bericht und ein Bild des ereignisreichen Tages.

In unserer Kirche Sankt Nikolaus, da lebt ein Tier. Es ist eine Maus und sie heißt Amadeus. So ähnlich, wie der Komponist Wolfgang Amadeus Mozart. Der Name passt, denn besonders wohl fühlt sich unsere Maus, wenn Frau Susewind, oder ein anderer Organist, die Orgel spielt Wenn die Menschen singen und die Ministranten das Weihrauchfass in Bewegung bringen. Aufmerksam hört er zu, wenn Pastor Fischer aus dem Buch der Bücher  - der Bibel- vorliest. Die Geschichten von Gott, der die Menschen und auch die Tiere liebt, interessieren ihn sehr und da er so aufmerksam zuhört, kann Amadeus ganz viel aus der Bibel berichten.

Überhaupt in der Kirche kennt er sich fast so gut aus, wie unserer Küsterin Frau Grünewald. Aber nur fast so gut – immerhin.

Manchmal besuchen wir Amadeus in der Kirche. Spannend, denn wir müssen ihn immer suchen, er hat schon etwas Angst vor den Menschen (besonders vor Erwachsenen). Aber uns mag er, weil wir neugierig sind, gerne Geschichten hören und den Kirchenraum richtig schön finden. Wir vertrauen uns einfach gegenseitig.

Amadeus kennt aber auch wirklich tolle Verstecke. Kürzlich hat er sich hinter einer Blume bei der Muttergottes versteckt. Da war es echt schwierig ihn zu finden. Er weiß so vieles aus dem Leben der Gottesmutter, von Sankt Nikolaus, dem Heiligen Jakobus und all den anderen Heiligenfiguren in der Kirche. Etwas Sorge bereiteten ihm die Speere, die Sankt Sebastian hat. Aber seit er weiß warum ist das überstanden. Zu jedem Kirchenfenster kann er Geschichten erzählen. Er kann uns Taufbecken, Altar, Tabernakel, Ambo erklären. Manchmal hat er aber auch recht knifflige Aufgaben für uns. Zum Beispiel, wer weiß denn, wo zwei Mal das Lamm Gottes in unserer Kirche zu finden ist? Amadeus kann da helfen, da er ein guter Beobachter und Merker ist. Es macht immer wieder Freude mit ihm die Kirche zu erkunden. Danke, lieber Amadeus.

Im September war er bei uns im Kinderhaus und hat uns von Altenberg und dem Esel von Altenberg erzählt. Absolut spannend, was er da alles wusste. Da haben wir einfach beschlossen, wir wandern mit ihm nach Altenberg, um uns das alles anzusehen. Aber das ist eine neue Geschichte.

Wenn ihr wieder einmal in unsere Kirche Sankt Nikolaus geht, habt ihr vielleicht Glück und Amadeus ist nicht in seinem Versteck. Aber ein Tipp – ihr müsst leise sein und mit dem Herzen sehen. Denn es ist einfach so: “Manches ist für die Augen unsichtbar und wir können es nur mit unserem Herzen finden.“

Die "Bibelkinder" aus dem Montessori Kinderhaus Sankt Nikolaus und Maria Kley-Auerswald