Kinderkleiderbörse am 7. September 2019

Am Samstag, den 7. September 2019, findet im Pfarrheim Dürscheid die Herbstbörse statt! Von 10:00-12:00 Uhr darf nach Herzenslust gestöbert werden, werdende Mamis und Eltern mit Babies erhalten ab 9:30 Uhr Einlass.

Nummernvergabe für Verkäufer*innen unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Wir feiern heut ein Fest – unser Kinderhaus hat Geburtstag

Am 1. September 2019 wird unser Montessori-Kinderhaus St. Nikolaus 45 Jahre.

Das wollen wir feiern:

Donnerstag – Tag der Deutschen Einheit – Feiertag

3. Oktober 2019

Wir beginnen um 14.30 Uhr im Pfarrheim. Gerd-Josef Pohl kommt uns mit dem Bensberger Puppen Pavillion besuchen und spielt für große und kleine Menschen. Danach gibt es Kaffee, Kuchen und anderes vor dem Kinderhaus. Gemeinsames Singen mit Norbert Kuschel: Eine musikalische Reise durch 45 Jahre Kinderhaus. Das Fest endet mit dem Segen für unser Kinderhaus.

Herzliche Einladung an alle Kinderhauskinder mit ihren Familien. Die Kinder, die im August eingeschult werden sind ebenfalls herzlich willkommen.

Um Kuchenspenden wird gebeten. Der Erlös geht an unseren Förderverein und kommt somit allen Kindern zugute. Dazu können sie sich nach den Ferien in Listen eintragen.

Beitrag im Pfarrbrief "miteinander"

Im Pfarrbrief "miteinander" Juli 2019 der Gemeinde St. Marien ist ein Beitrag der Kinderhausleiterin Maria Kley-Auerswald über die "Perlen des Glaubens" erschienen. Den Text stellen wir hier online zur Verfügung:

Maria Kley-Auerswald: Unsere Perlenkinder – Perlen des Glaubens

Das Himmelreich gleicht einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie. (Mt 13,44ff)

Diese kostbare Perle ist ein Bild für das Himmelreich. Das Himmelreich als biblisches Bild steht für das, was das Wichtigste ist in meinem Leben, was meinen Lebensmut stärkt und mich trägt, wenn ich in Not bin.
Perlenbänder gibt es in vielen Religionen. Wir Katholiken beten den Rosenkranz, die Buddhisten die Mala, die Muslime das Tisbeh und orthodoxe Christen sprechen das Herzensgebet; bei jeder Perle ein Gebet, der Name Gottes oder ein heiliges Wort, das in meinem Herzen erklingt und es für Gott öffnet. So wie der Rosenkranz, der hilft sich zu sammeln, zu meditieren und uns auf Gott auszurichten, der uns alle hält.
Seit Jahren gibt es ein neues Perlenband, die „Perlen des Glaubens“. Das sind 18 Perlen, die helfen den christlichen Glauben zu erschließen. Jede dieser Perlen hat einen Namen, eine eigene Bedeutung und öffnet neue Ausblicke ins Leben. Der schwedische Bischof Marin Lönnebo machte 1995 eine Reise und wegen eines Sturms saß er auf einer kleinen griechischen Insel fest. Dort beobachtete er Fischer, die weil sie nicht auf Fischfang gehen konnten Kaffee tranken und mit Perlen spielten. Aus dieser Beobachtung heraus entwickelte er ein Gebetsband und gab ihm den Namen „Frälsarkransen“ – was Rettungsring oder Erlösungsring ins Deutsche übersetzt bedeutet. Es geht um die erlösende Kraft der christlichen Botschaft. Im Mai 2003 wurden sie auf dem evangelischen Kirchentag in Berlin bekannt gemacht. Sie werden in Deutschland „Perlen des Glaubens“ genannt und von Menschen aller christlichen Konfessionen genutzt. Es geht darum den Glauben zu entdecken.

Mit unseren Kindern haben wir uns auf den Weg gemacht, die Perlen des Glaubens zu erkunden. Das Perlenband bietet so viele Möglichkeiten, die kindliche Entwicklung im Glauben zu begleiten.
Die Gottesperle ist golden und die größte Perle des Armbandes. Sie bildet Anfang und Ende. Alles kommt von Gott und führt wieder zu ihm hin. Gold ist das Symbol dafür, dass Gott unser Leben begleitet. Die Kinder erstellten ein Bild: „So stelle ich mir Gott vor.“ Sie lernten die Schöpfungsgeschichte kennen.
Die Ich-Perle sagt uns, dass wir alles mit Achtung behandeln sollen, auch uns selbst. Themen waren hier die Segnung der Kinder und Lebensgeschichten von Heiligen und aus der Bibel.
Die sechs Perlen der Stille helfen zum Innehalten und Aufatmen zu kommen. Stille im Advent, Stille in biblischen Geschichten, im Wald und in der Nacht waren Fragen, die uns beschäftigt haben. Stilleübungen nach der Montessori-Pädagogik.
Die Taufperle sagt uns, dass das Leben ein Geschenk ist, was wir von Gott empfangen. Segen und Taufe waren hier die Themen. Eine Einheit nach dem Ansatz von Gott im Spiel war für die Kinder beeindruckend.
Die Geheimnisperlen sagen uns, dass wir die äußere Wirklichkeit über unsere Sinne erfahren, dass es aber noch viele Dinge gibt die uns Geheimnisse des Lebens vermitteln. Geheimnisse in der Natur wurden aufgespürt und die Geheimisse von Gleichnissen wie von der kostbaren Perle, dem Sämann, dem barmherzigen Vater und anderen halfen uns diese Perlen zu ergründen.
Die Wüstenperle erzählt von „Wüstensituationen“.  Wenn ich in der Wüste den Blick hebe, sehe ich, dass sich am Horizont Himmel und Erde begegnen. In der Wüste haben die Menschen viele Erfahrungen mit Gott gemacht. Das Alte Testament ist voller Geschichten, die die Kinder besonders gerne hören.
Die Perle der Nacht erinnert an dunkle Seiten des Lebens. Jesus hat auch dunkle Tage erlebt und trotzdem ist Gott immer da. Stunden im Garten von Getsemani und Kreuzweg.
Die Perle der Auferstehung steht für den Weg vom Tod zum Leben oder von der Finsternis zum Licht. Ostern als Fest des Lebens.
Die Perlen der Liebe. Es sind zwei Perlen, den zur Liebe gehören immer zwei: ein Du und ein Ich. Einer der Liebe schenkt und einer, der sie empfängt. Dir rote Farbe erinnert an Feuer und Geist, Leidenschaft und Leiden und zeigt damit die zwei Seiten der Liebe. Aber auch das Feuer des Geistes, der Mut macht und befreit, sowie in der Pfingsterzählung.
Die Perle der Gelassenheit symbolisiert: Himmel, Meer der Ewigkeit, Barmherzigkeit und Frieden.

So geht das Perlenband mit uns durch das Kinderhausjahr und die Kinder freuen sich auf die vielen Geschichten, Gestaltungsmöglichkeiten, aber auch über die Fragen des Lebens. Es ist gelebte Spiritualität und regt Kinder zum Philosophieren und Theologisieren an. Es macht uns selber sehr viel Freude auf die Fragen der Kinder zu hören und zu erleben, wie nahe sie den Geheimnissen des Lebens sind.

Die Kinder, die im Sommer das Kinderhaus verlassen erarbeiten sich ein Perlenbuch und erhalten beim Abschlussgottesdienst ein Perlenband.

Zu Ostern konnten sie sich „Pasquarella“ eine Perlenraupe basteln, die von den Geheimnissen des Osterfestes erzählt, zum Osterschmetterling wird und die frohe Botschaft weiter trägt. Pasquarella bedeutet: “kleines Ostern.“

Die Bibelkinder erkunden mit Amadeus die Kirche

Die "Bibelkinder" des Montessori Kinderhauses in Dürscheid haben mit Amadeus, der Kirchenmaus, die Kirche erkundet. Hier ein Bericht und ein Bild des ereignisreichen Tages.

In unserer Kirche Sankt Nikolaus, da lebt ein Tier. Es ist eine Maus und sie heißt Amadeus. So ähnlich, wie der Komponist Wolfgang Amadeus Mozart. Der Name passt, denn besonders wohl fühlt sich unsere Maus, wenn Frau Susewind, oder ein anderer Organist, die Orgel spielt Wenn die Menschen singen und die Ministranten das Weihrauchfass in Bewegung bringen. Aufmerksam hört er zu, wenn Pastor Fischer aus dem Buch der Bücher  - der Bibel- vorliest. Die Geschichten von Gott, der die Menschen und auch die Tiere liebt, interessieren ihn sehr und da er so aufmerksam zuhört, kann Amadeus ganz viel aus der Bibel berichten.

Überhaupt in der Kirche kennt er sich fast so gut aus, wie unserer Küsterin Frau Grünewald. Aber nur fast so gut – immerhin.

Manchmal besuchen wir Amadeus in der Kirche. Spannend, denn wir müssen ihn immer suchen, er hat schon etwas Angst vor den Menschen (besonders vor Erwachsenen). Aber uns mag er, weil wir neugierig sind, gerne Geschichten hören und den Kirchenraum richtig schön finden. Wir vertrauen uns einfach gegenseitig.

Amadeus kennt aber auch wirklich tolle Verstecke. Kürzlich hat er sich hinter einer Blume bei der Muttergottes versteckt. Da war es echt schwierig ihn zu finden. Er weiß so vieles aus dem Leben der Gottesmutter, von Sankt Nikolaus, dem Heiligen Jakobus und all den anderen Heiligenfiguren in der Kirche. Etwas Sorge bereiteten ihm die Speere, die Sankt Sebastian hat. Aber seit er weiß warum ist das überstanden. Zu jedem Kirchenfenster kann er Geschichten erzählen. Er kann uns Taufbecken, Altar, Tabernakel, Ambo erklären. Manchmal hat er aber auch recht knifflige Aufgaben für uns. Zum Beispiel, wer weiß denn, wo zwei Mal das Lamm Gottes in unserer Kirche zu finden ist? Amadeus kann da helfen, da er ein guter Beobachter und Merker ist. Es macht immer wieder Freude mit ihm die Kirche zu erkunden. Danke, lieber Amadeus.

Im September war er bei uns im Kinderhaus und hat uns von Altenberg und dem Esel von Altenberg erzählt. Absolut spannend, was er da alles wusste. Da haben wir einfach beschlossen, wir wandern mit ihm nach Altenberg, um uns das alles anzusehen. Aber das ist eine neue Geschichte.

Wenn ihr wieder einmal in unsere Kirche Sankt Nikolaus geht, habt ihr vielleicht Glück und Amadeus ist nicht in seinem Versteck. Aber ein Tipp – ihr müsst leise sein und mit dem Herzen sehen. Denn es ist einfach so: “Manches ist für die Augen unsichtbar und wir können es nur mit unserem Herzen finden.“

Die "Bibelkinder" aus dem Montessori Kinderhaus Sankt Nikolaus und Maria Kley-Auerswald

Beitrag im Pfarrbrief "miteinander"

Im Pfarrbrief "miteinander" März/2018 der Gemeinde st. Marien ist ein Beitrag über "das Leben mit Kindern im Wandel" von der Leiterin des Kinderhauses, Maria Kley-Auerswald, erschienen. Den Text stellen wir hier online zur Verfügung:

Maria Kley-Auerswald: Veränderte Kindheit – das Leben mit Kindern im Wandel

Das Leben von Kindern und Jugendlichen ist einem ständigen Wandel unterworfen. Jeweilige persönliche Umstände, gesellschaftliche Rahmenbedingungen, technisch-mediale Veränderungen prägen das Leben von der frühen Kindheit bis ins Jugendalter. Diese Veränderungen haben Auswirkungen auf das Spielen und Lernen, auf Auffassungsgabe und Konzentration. Diesen Veränderungen müssen sich Pädagogen ständig stellen. Sie haben selbst Kindheit erlebt und begleiten Kinder in ihrem Kind sein. 

Als das Montessori Kinderhaus im September 1974  eröffnet wurde, besuchten die meisten  Kinder nur am Vormittag das Kinderhaus. Einige kamen am Nachmittag wieder und von Mittagessen war keine Rede. Wenn dreijährige aufgenommen wurden, schüttelte so mancher Erwachsene den Kopf und fragte: “Warum bleiben, die nicht zu Hause.“ Vielfach glaubte man, ein Jahr vor der Schule sei ausreichend – nach der Vorstellung in diesem Jahr einem Kind alles mit der Trichtermethode einzuflößen und es „schulreif“ zu machen.

Das Bild vom Kind hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Glaubte man in den sechziger Jahren noch, das Säuglinge keinen Schmerz empfinden (man hat sie damals oft ohne Narkose operiert), so weiß man heute das der Säugling eine hohe Bildsamkeit hat. Es gibt pränatale Universitäten und man forscht darüber, was der Embryo alles aufnimmt. Zum Beispiel Musikbeschallung im Mutterleib. Maria Montessori (1870 – 1952) erkannte das schon früh. Nach Montessoris Auffassung, aber auch nach heutigem Forschungsstand, werden beim Kleinkind die Fähigkeiten zur Bewegung, Wahrnehmung, Sprache, Sozialität usw. grundlegend aufgebaut. Durch eine besonders aufnahmeintensive, unbewusste Intelligenz (den absorbierenden Geist) entstehen nachhaltige, psychische und geistige Strukturen, deren Aufbau besonderer pädagogischer Aufmerksamkeit bedarf. Die Bedeutung der ersten Lebensjahre gerät immer mehr in den Fokus von heutigem Bildungsverständnis. 

„Das Kind ist nicht ein leeres Gefäß, das wir mit unserem Wissen angefüllt haben und das uns so alles verdankt. Nein, das Kind ist der Baumeister des Menschen, und es gibt niemand, der nicht von dem Kind, das er selbst einmal war, gebildet wurde“ (Maria Montessori)

Auch die Familienwirklichkeiten haben sich geändert. Berufstätigkeit beider Eltern, Wegfall der Großfamilie, Einkindfamilien, ökologische Gründe und das Wissen, um die frühe Bildbarkeit der Kinder führen dazu, dass Kinder immer jünger und länger fremdbetreut werden.

Ein afrikanisches Sprichwort lautet:“ Zur Erziehung eines Kindes braucht es ein ganzes Dorf.“ Dieses Dorf gibt es auch in unserem Dorf schon lange nicht mehr und zunehmend erfüllt unser Montessori Kinderhaus diese Aufgabe. 

Unser Haus besuchen 60 Kinder im Alter von 0,6  bis 3 Jahren und viele in der Zeit von 07.00 bis 16.00 Uhr, davon essen 48 Kinder zu Mittag.

Wir bieten den Kindern, eine nach ihren Bedürfnissen vorbereitete und  liebevolle Umgebung in einem Dreiklang von Pflege – Erziehung und Bildung. Die Montessori Pädagogik bleibt dabei unser Weg, nämlich die Kinder gut zu beobachten, zu begleiten und in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Bei den jungen Kindern ergänzen wir dies mit den Beobachtungen der ungarischen Säuglingsforscherin Emmi Pikler(1902 -1984) Sie  vertrat die Ansicht, dass sich die Persönlichkeit eines Kindes dann am besten entfalten kann, wenn es sich möglichst selbstständig entwickeln darf. Sie ging davon aus, dass bereits die Säuglingspflege Teil der Erziehung und Bildung ist. Den größten Teil seiner sozialen Erfahrungen macht ein Baby, wenn es gefüttert, gebadet, gewickelt und an- und ausgezogen wird. Deswegen ist für Pikler der liebevolle und respektvolle Umgang mit dem Baby von größter Wichtigkeit für eine gesunde Entwicklung des Kindes. Das bedeutet für unsere Arbeit, das jede Interaktion mit dem Kind von intensiver Kommunikation (verbal, körpersprachlich) und Aufmerksamkeit geprägt ist.

Was unsere Arbeit erschwert sind Rahmenbedingungen, wie zu große Kindergruppen, zu wenig Personal und Fördermittel, sowie die Wertschätzung unserer Arbeit in der öffentlichen Wahrnehmung.

Aber auch hier halten wir uns an einen Ausspruch von Maria Montessori: „Tun sie alles, was sie können und dann vertrauen sie auf die Gnade Gottes.“ Auf die Gnade Gottes zu vertrauen ist zukunftsweisend für veränderte Lebenswirklichkeiten.